Ich würde wieder meinen Bus verpassen. Das ist mir die letzten Monate ganz oft passiert. Der hohe Krankenstand in meinem Büro, zwang mich dazu Überstunden zu machen.
Ich schaute auf meine goldene Uhr und war erleichtert. Der letzte Bus kam in 10 Minuten. Wenn ich mich beeile, schaffe ich das noch. Das Bushäuschen lag ganz in der Nähe. Ich schnappte mir meine Handtasche und zog mir meine Steppjacke über.
Vor der Tür empfing mich eiskalte Luft und Nieselregen. Mein Atem wurde in kleinen weißen Wölckchen sichtbar. Es war so kalt geworden.
An der Bushaltestelle angekommen, setzte ich mich auf einen der kalten Edelstahlplätze. Ich schaute mich ängstlich nach allen Seiten um. Mir war immer etwas mulmig zumute, wenn ich auf den Bus warten musste.
Die Haltestelle lag einsam in einem Industriegebiet. Weit und breit war keine Menschenseele zu sehen. Ich hatte ein ganz komisches Gefühl im Bauch, das sich auch nicht änderte, als ich die Lichter des Busses durch die diesigen, dunklen und verregneten Abend auf mich zukommen sah.
Ich stieg ein und der Busfahrer empfing mich mit einem freundlichen Nicken. Ich kannte ihn nicht, ist bestimmt eine Krankenvertretung. Ich kuschelte mich in den Sitz und der Regen prasselte ans Busfenster.
Auf einmal hielt der Bus abrupt mit einem kräftigen Ruck an. Ich wäre fast vom Sitz gefallen. Ich sah aus dem Fenster, und draußen gab es nur undurchdringliche Schwärze. Kein hellerleuchtetes Fenster, keine Straßenlaternen… wirklich nichts!…. Nur undurchdringliche Dunkelheit.
Irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht! Langsam wurde ich nervös und ein Gefühl der Panik machte sich in mir breit.
Ich schaute auf die digitale Tafel, auf der die Haltestellen erschienen. Ich traute meinen Augen nicht!
Wer erlaubte sich da einen schlechten Schwerz?
Ich suchte nach der versteckten Kamera!
Auf der Tafel stand : Kopernikusstraße., Stadionbad, Beethovenstrasse ….. und in grossen, schwarzen Lettern stand dort als letzte Haltestelle:
DAS TOR ZUR HÖLLE.
Ich kramte mein Handy aus meiner Tasche, dass würde mir keiner glauben, davon musste ich ein Foto machen. Als ich mein Handy endlich gefunden hatte, merke ich erst, wie schwitzig glitschig meine Hände doch waren.
Und dann kam der nächste Schock…. Mein Handy war glühendheiss, ich hatte mir meine Hände verbrannt.
In diesem Moment erschien an meinem Fenster ein grauenvoll, entstelltes skelettförmiges Gesicht. Zwei knöcherigen mit Krallen versetze Klauen wischten von außen den Regen weg.
Das Ding wollte mich genau sehen. In meiner Panik, schrie ich verzweifelt auf. In diesem Moment, rüttelte mich jemand vorsichtig an meiner Schulter.
„Sie müssen jetzt aussteigen. Es ist der Endpunkt. Weiter fahre ich nicht. Sie haben aber tief geschlafen “
Der Busfahrer schaute mich freundlich an. Ich hatte alles nur geträumt, dachte ich. Ich lachte erleichtert auf, stieg aus dem Bus, um sogleich ins Bodenlose zu fallen.
Es empfing mich glühend heiße Luft und meine Kleider fingen sofort Feuer. Ich strampelte verzweifelt und schrie mir vor Angst die Seele aus dem Leib.
In diesem Moment umfassten zwei knorpelige Hände mit langen Krallen meine Arme, und ein entstelltes Gesicht grinste mich hämisch mit blutunterlaufenen Augen an.
Ich hatte keine Chance, das Ding zog mich ohne Widerkehr in das Tor zur Hölle.
In meinem entsetzlichen Todeskampf, spielte sich eine Art Film in meinem Kopf ab. Hunderte Gedanken schossen mir wie Blitze durch den Kopf.
Einer von diesen Gedanken waren die vielen Vermisstenplakate, von jungen Frauen, die ich Tage zuvor eher unbewusst beim Vorbeigehen wahrgenommen hatte.
Beim Vorbeigehen???
Beim Vorbeigehen an den vielen Bushaltestellen…..
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Das könnte ich sein die einfach nd drauf achtet an wie vielen Bushaltestellen ich vorbei latsche und dann meine Bus verpasse💀
Zitat“In diesem Moment umfassten zwei knorpelige Hände mit langen Krallen meine Arme“
Habe ich jeden Morgen, wenn meine Freundin bei mir schläft
😂
nicht schlecht
Da hat Jessi recht. Aber ich fand sie trotzdem spannend.
ja war schon cool
Hallo Bettina, etwas klischeehaft diese Geschichte, aber trotzdem sehr unterhaltsam. Daumen hoch. Jessi